Dort, wo der Tee wächst

 

Dort, wo der Tee wächst …

Bevor ich erzähle, wo und wie das wunderschöne Foto gemacht worden ist, möchte ich zunächst berichten, wie es mich nach China verschlagen hat.

Als in die Wohnung unter uns jemand Neues einzog, lernten wir Meng kennen. Sie war in unserem Alter und hat chinesische Wurzeln. Sie zeigte uns ihre Wohnung und wir haben erst einmal einen Plausch gehalten. Bei dem ersten Plausch ist es nicht geblieben und wir freundeten uns schnell an. Nach einiger Zeit zog auch ihr Ehemann James dazu, welcher vorher aus beruflichen Gründen in China gearbeitet und gelebt hatte. Über die Jahre, die wir „zusammen“ wohnten, haben wir viel zusammen unternommen.

Sie zeigten uns authentische chinesische Restaurants in Frankfurt und wir lernten die chinesische Küche kennen und lieben. Neben den chinesischen Tischmanieren lernten wir natürlich auch, mit Stäbchen zu essen 😉

Leider mussten die beiden aus beruflichen Gründen zurück nach China. Der Abschied fiel allen sehr schwer, aber die beiden sind nicht gegangen, ohne meine Frau und mich zu sich nach China einzuladen. Dieser Einladung sind wir gerne gefolgt und so haben wir die beiden im März 2017 in Shanghai besucht. In China machten wir eine Rundreise und besuchten unter anderem die Stadt Hangzhou.

Hangzhou ist die Hauptstadt der Provinz Zhejiang. Bekannt ist die Stadt bei Teeliebhabern für den ausgezeichneten grünen Tee, der dort wächst. Auf dem Foto sind Pflückerinnen bei der Teeernte zu sehen. Sie pflücken die reifen Knospen ab und transportieren diese mit Körben ins Tal. Dort werden die Knospen in großen Pfannen geröstet und verkauft.

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Pflückerin bei der Teeernte
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Teeknospen

Die benutzte Kamera war meine Sony Alpha 6000 mit dem Sony E PZ 18-105 bei 105 mm. Die Belichtungszeit habe ich kurz gehalten bei 1/250 s, damit keine Bewegungsunschärfe entstehen kann. Da die tief stehende Sonne sehr die Teeplantage beleuchtete, habe ich eine Belichtungskorrektur von -0,5 EV gewählt. Die Blende war f4 bei ISO 100.

Die RAW-Entwicklung habe ich mit der Apple-Fotos-App gemacht. Die Lichter wurden etwas heruntergeregelt, Kontrast, Helligkeit und Farbsättigung leicht angehoben. Anschließend habe ich das Bild ein wenig beschnitten, um den Ausschnitt zu optimieren. Eine leichte Vignette habe ich auf das Bild gelegt, um den Blick besser zu führen.

Dieses Foto hängt gerahmt an unserer Wohnzimmerwand. Viele würden sich ein Bild der Großen Mauer an die Wand hängen, aber ich finde, in diesem Foto steckt mehr China drin. Ein Bild der Mauer wäre, meiner Meinung nach, zu banal, um zu zeigen, dass man in China war. Das Bild ist für mich ein authentisches Reisefoto. Eine gelungene Mischung aus Landschaftsfoto mit einem touch street.

Durch die Pflückerinnen kann man die Relationen gut einordnen und das Bild bekommt eine angenehme Vitalität. Das Grün der Teesträucher überwiegt, die Kleidung der Pflückerinnen setzt schöne Farbakzente. Der Baum führt den Blick zu den Menschen und wenn man die Menschen auf dem Bild verfolgt, wandert man schlussendlich über die verschiedenen Etagen der Plantage. Die tief stehende Abendsonne lässt die Teeblätter leicht schimmern. Bevor ich noch mehr ins Schwärmen komme, hoffe ich, dass die Entstehung dieses Fotos für euch interessant war und ihr eine Anregung für eure nächste Reise bekommen habt.

Möchtet ihr noch mehr Hintergrundberichte zu meinen Bildern oder habt Fragen zu dem Foto? Schreibt mir einfach in die Kommentare, was euch noch interessiert.

Liebe Grüße Benjamin

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